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Blumenbergplatz
· 9004 St.Gallen |
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St.Gallen galt in den «goldenen Zwanzigern» als Stadt ohne
Zukunft: Im Niedergang der Stickereiindustrie nach dem Ersten Weltkrieg
wurde die Bevölkerung kleiner, schweizerischer und ärmer.
Die wenigen Neubauten in der Krise, Kinos und Garagen, waren dennoch dem
Geist der Modernisierung verpflichtet.
Der aus Zürich-Oerlikon stammende Elektromonteur Jules Schulthess liess
am Blumenbergplatz, wo vorher die Bretter- bude eines Schrotthändlers
gestanden hatte, das «Cinema Palace Theater» errichten.
Der elegante Bau mit Garderobe, Foyer und Balkon sollte fern der Revolverküchen
das Bürgertum für den Film begeistern.
Das Palace wurde am 25. März 1924 mit einer Galavorstellung eröffnet.
Es lief der Film «Das Karussell im Prater», es tanzte Hedy Pfundmayer,
die erste Solotänzerin an der Wiener Staatsoper. Die Presse sprach
von einem gelungenen Abend unter der «Note Wien».
Am 16. März 1930 zeigte Schulthess im Palace den ersten Tonfilm in
St.Gallen, «Sonny Boy – The Singing Fool». Über
eine Strohfirma kaufte 1983 Franz Anton Brüni der alten Kinokönigin
Trudy Schulthess alle ihre Kinos ab, darunter auch das Palace.
Im Sommer 2003 erstand die Stadt das Haus, inkl. einem von Brüni in
den Vertrag geschriebenen Servitut, dass im Palace keine Filmvorführungen
mehr stattfinden dürfen.
Ein Ideenwettbewerb über eine künftige Nutzung des Palace wurde
durchgeführt. Daraus entwickelte sich ein 6-Millionen- Konzept. Die
Vorlage wurde vom Parlament an den Stadtrat zurückgewiesen.
Dieser überliess daraufhin das Palace den Betreibern der Konzertlokale
Frohegg St.Gallen und Hafenbuffet Rorschach sowie von Klang und Kleid für
einen zweijährigen Probebetrieb mit evtl. künftiger Nutzung.
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