Samstag, 24. Februar
Soul Gallen
Samstag, 24. Februar
mit Herrn Wempe & DJ Soul Koffi
Samstag, 2. März
LTJ BukemUK
Samstag, 9. März
Hey Hey Bar
Dienstag, 12. März
Erfreuliche Universität
Mittwoch, 20. März
100vor100
Freitag, 19. April
RoninCH
Samstag, 20. April
Ja, PanikDE
Donnerstag, 25. April
GAME OVER PLAY FOREVERPremiere
Freitag, 26. April
GAME OVER PLAY FOREVER
Montag, 13. Mai
Orchestra BaobabSEN
Samstag, 18. Mai
Robert ForsterAUS
Samstag, 22. Juni
Parkplatzfest
Sonntag, 24. März
Bettina Dyttrich & Demi Jakob
Euroteuro
Klitclique

bettina dyttrich & Demi jakob

Die WOZ-Redakteurin und Musikbegeisterte Bettina Dyttrich lädt gemeinsam mit der Stimme von Jeans for Jesus Demi Jakob zu einer besonderen Literatur-Musik-Performance ein. Neben Sachbüchern hat Dyttrich zuletzt mit Es hilft, dass ich Leute anschreien darf eine Interview-Sammlung mit 13 Schweizer Musiker*innen veröffentlicht. Mit Jakob kombiniert sie nun eine Lesung mit elektronischer Musik und begibt sich damit in die Dimension der Soundscapes, wo Bild und Klang zusammenfinden und auf mehrere unserer Sinne zu wirken beginnen. Dyttrich liest aus einem unveröffentlichten Romanprojekt, das von Ro und dem Versuch handelt, nach einem Vulkanausbruch zur utopischen Kommune von Ra zu finden, die an neuen Wissenschaften arbeitet. Um die Atmosphäre gänzlich fassen zu können, dürfen Yoga-Matten mitgebracht und benutzt werden, vielleicht auf oder vor der Bühne. Samtsessel hat es alternativ auch zur Genüge. 

euroteuro

Als Kollektiv mit einem nicht hundertpro ernst gemeinten Namen zogen Euroteuro los und landeten 2016 mit Autogrill einen veritablen alternativen Sommerhit. Damals war die Welt noch in Ordnung, naja, jedenfalls ist sie in den vergangenen noch mehr den Bach runter und die Wiener*innen wurden von der Realität, respektive der galoppierenden Teuerung rechts überholt. Und was macht die mittlerweile auf ein Duo (Katarina Maria Trenk und Peter T.) eingedampfte Truppe? Sie schreibt mit Teuer eine Prekariats-Hymne, die ihresgleichen sucht: «900 Euro warm / viel zu teuer!» und «Flasche Bier in der Bar / viel zu teuer!» und «überall Eintritt zahlen / viel zu teuer!» oder «draussen kalt, innen warm / viel zu teuer!». Euroteuro sind der tanzende Beweis dafür, dass politische Musik kein angepapptes Label braucht, sondern sie fordern aller prekariatsbedingten Widrigkeiten zum Trotz mit einem freundlichen Grinsen im Gesicht und mit Lakonik geladenen Wasserpistolen ihr Recht auf Lifestyle ein. Da passt es auch wie die Lohnerhöhung auf den Apérol Spritz, dass sich Euroteuro dem allabendlichen Reproduzieren von Songs mit einer ausgewachsenen Band verweigern – ein Laptop reicht als Hauptinstrument für eine ausgelassene Performance (die Songs gibt es ja!).

klitclique

«Egal wo du bist / lutsch an meiner Clit / deine Kunst ist / unendlich hässlich / und klebrig / schlechte Firnis / keine Touchscreens / unzeitgenössisch / wir sind das letzte weibliche Rapduo von Österreich Deutschland und auch der Schweiz weil / Frauen zu zweit / das geht zu weit (…)» Was bei der Einordnung als Feministischer-Kunst-Rap oft übersehen wird, ist, dass die beiden Wienerinnen in erster Linie sarkastisch-direkte Battle-Raps auf avantgardistische Beats packen – und mit der daraus entstehenden Kombination Genregrenzen sprengen. Und auch mediale, denn G-Udit und $chwanger sind beide auch in der bildenden Kunst aktiv. Die Musik wird stets von einer starken visuellen Komponente begleitet, seien es Videos, Outfits oder selbstgebaute Requisiten. Klitclique machen sich nicht nur inhaltlich gerne über Mackertum lustig, sondern auch formal, z.B. über die vermeindliche Wichtigkeit handwerklichen Könnens, was meistens mit einer männlichen Expertise verbunden ist, also dieses: «Wer kann am krassesten freestylen.» Das ist oft sehr lustig, z.B. im Track alles fliesst, wo sie mögliche Kritiken oder Ansprüche an «guten Rap» vorwegnehmen und runtergebrochen aneinanderreihen: «Doppelreim, Doppelreim, keine Punchline! Keine Hook, kein Chorus, kein Refrain!(…) Metapher! Metapher! Klangmalerei! Synonym! Poststrukturalistische Kritik! (…) Alle sagen Klitclique sind total sexistisch, aber das stimmt nicht, wir sind total freundlich und respektieren unsere Mütter!»