Samstag, 24. Februar
Soul Gallen
Samstag, 24. Februar
mit Herrn Wempe & DJ Soul Koffi
Samstag, 2. März
LTJ BukemUK
Samstag, 9. März
Hey Hey Bar
Dienstag, 12. März
Erfreuliche Universität
Mittwoch, 20. März
100vor100
Freitag, 19. April
RoninCH
Samstag, 20. April
Ja, PanikDE
Donnerstag, 25. April
GAME OVER PLAY FOREVERPremiere
Freitag, 26. April
GAME OVER PLAY FOREVER
Montag, 13. Mai
Orchestra BaobabSEN
Samstag, 18. Mai
Robert ForsterAUS
Samstag, 22. Juni
Parkplatzfest
Donnerstag, 21. März
Anika
Julian Sartorius
Richard Dawson

Anika

«Can music be used to elevate the consciousness into psychedelic experiences?», stellt sich Anika die Frage und eigentlich kennt sie sich sehr gut mit «psychedelischer» Musik und Kunst aus: Seit ihrem Debütalbum, das 2010 in Zusammenarbeit mit Geoff Barrow und der ganzen Band BEAK> auf Invada Records und Stones Throw Records erschienen ist, hat die Wahlberlinerin die Krautrock-, Post-Punk und New-Wave-Musik mitgenommen und mit einer Vielzahl an Alben, Projekten und Kollaborationen sowie als DJ, Aktivistin und Künstlerin stark mitgeprägt. 
Und nun schafft Anika mit ihrem neuen Album Eat Liquid – ursprünglich als massgeschneiderte Komposition für das Zeiss Planetarium in Berlin konzipiert und dort live aufgenommen – ein Klanguniversum, das nicht einfach nur Musik ist, sondern als Dialog zwischen Klängen, Visuals und der räumlichen Dimension das Ambient-Genre in neuem Kleid zeigt. Ihre Synthesizer klingen echohaft, gespenstisch und gleichzeitig warm, während die Gitarrenklänge und Spoken Words das Hörbare erweitern: eine klangliche Alchemie, bei der Anika meisterinnenhaft zwischen strukturierten Kompositionen und improvisierten Momenten jongliert. Die Performance, eingebettet in eine visuelle Pracht tut dann seinen Rest und öffnet den ganzen Imaginationsraum. Die Abwesenheit perkussiver Elemente ermöglicht es, den schwebenden Soundscapes frei zu fliessen und sich mit der umarmenden, ätherischen Atmosphäre zu verweben.
«We all seek escape in differing moments, through drugs, alcohol, sex and film but can music offer an alternative?» Eat Liquid ist ein Abstecher, eine Einkehr in einen akustischen Safer Space, in eine komplexe Klanglandschaft. In dieser künstlerischen Erfahrung scheint die Frage nach der psychedelischen Potenz von Musik beantwortet zu werden, und zwar nicht mit bombastischen Behauptungen, sondern durch subtile und tiefgreifende Sounds. What a matching Sounderlebnis für ein Jubiläum!

Julian Sartorius

Der Drummer Julian Sartorius kitzelt aus (fast) jeglichem Mobiliar unserer gebauten und natürlichen Umwelt einen Beat heraus. Ausgerüstet mit Sticks, Rucksack und Dächlikappe wandert er bei Wind und Wetter durch Landschaften und Bauten und klopft stetig seine nächste Umgebung nach unerhörten Geräuschen ab. Hätten wohl die Fassadenbauer*innen des anonymen Industriebaus in Zürich gedacht, dass die verbauten Metallelemente mal Social-Media-Stars werden? Sartorius bespielt die Panele in einem hunderttausendfach gesehenen sowie wacker und oftmals auch recht lustig kommentierten Filmchen. Der Musiker kartografiert aber nicht nur klopfend unseren Planeten. Er ist auch einer der gefragtesten und fantasievollsten Schlagzeuger dieses Landes und begleitet z. B. Sophie Hunger in ihrer Live-Band, spielt in diversen Jazzbands und kooperiert mit Musiker*innen unterschiedlichster Couleurs, u. a. mit Matthew Herbert. Da jeder Palast ja auch nur ein Schlaghölzli ist, bietet Julian Sartorius eine besondere Führung durch das Palace-Haus an: Er nimmt an drei Terminen eine Gruppe mit auf die Suche nach all den verbauten und versteckten hundertjährigen Geräuschen. Zusätzlich wird er während drei Stunden auf der Bühne seine Locked Grooves spielen. In seinem 2021 erschienenen Album Locked Grooves lotet er in 112 Loops die Möglichkeiten der unendlichen Spielweise von 1.8 Sekunden langen Schlagzeugfragmenten aus.

Richard dawson

Endlich klappt es mit dem zweiten Auftritt von Richard Dawson in der Ostschweiz: Im Frühling 2015 hatte «Grossbritanniens bester, humanster Songschreiber» (The Guardian) ein eingeweihtes Palace-Publikum mit einem herzergreifenden Solo-Set begeistert, das er mit seinem A-cappella-Lied Poor Old Horse unvergesslich in den Stuhlreihen beendete. 2020 fiel der mit Band angesagte Auftritt zu seinem meisterhaft zeitdiagnostischen Album «2020» der Corona-Seuche zum Opfer. Und dann blieb nur das Warten und die Hoffnung übrig, bis es nun endlich zur festlichen Rückkehr kommt: Was auch immer der  bärtige Nerd mit den grossen traurigen Augen und dem menschenfreundlichen Schalk aus seinem mittlerweile grossen und ausufernden Folk- und Indie-Metal-Werk spielen wird, ob bekanntere Songs wie Two Halves, Jogging, Thicker Than Water, heimliche Favoriten oder neue Lieder – ein Ereignis, eine Wucht und eine berührende Offenbarung ist der eigenwillige Gitarrist und Sänger mit engelshafter Falsett-Stimme auf jeden Fall. Überraschungen nie ausgeschlossen, Schubladisierungen wie Weird Folk, Prog Rock oder Medieval Industrial hinfällig absurd. So düster seine Texte über Isolation, Paranoia oder Ausgrenzung, so unbeirrt Dawsons Restglaube für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seine Heimatstadt sei «noch nicht so schlimm wie anderswo», hat er einmal gesagt. «Newcastle ist immer noch eine herzliche Stadt.» Das glauben wir gern und spendieren frohgemut Drinks, wer im Newcastle-United-Shirt auftaucht – ob mit Shearer oder Schär auf dem Rücken ist selbstverständlich einerlei.