Dienstag, 28. Mai
Erfreuliche Universität
Dienstag, 28. Mai
Vom Imperiengeschäft
Mittwoch, 29. Mai
Chuchchepati Orchestra
Freitag, 31. Mai
Soul Gallen
Samstag, 1. Juni
Musig uf de Gass
Dienstag, 4. Juni
Erfreuliche Universität
Dienstag, 4. Juni
Was macht der Sommerhit?
Donnerstag, 6. Juni
Discounterbar
Samstag, 8. Juni
Saisonschlussfest
Donnerstag, 5. September
DeerhoofUS
Samstag, 19. Oktober
MS NinaES
Donnerstag, 14. November
Juan WautersUY
Freitag, 13. Dezember
Robert ForsterAUS

Trete ein in die Association Palace St.Gallen! Jetzt Mitglied oder Jahresabonnent_in werden . Mehr Infos gibts hier

Freitag, 16. November
Sons Of Kemet
DJ Die Lücke
mit Gambrinus Jazz Plus
Tür 20:00 Beginn 21:30 30.-

Wie das treibt, wie das wirbelt, wie das aufwühlend und hypnotisch rockt! Die Londoner Jazz-Revoluzzer Sons Of Kemet des unbändigen karibisch-britischen Saxofonisten und Politaktivisten Shabaka Hutchings mischen mit ihrem Debüt «Your Queen Is A Reptile» und ihren energetischen Live-Auftritten die Szene auf. Mit zwei Drums und zwei Hörnern (Tuba, Saxofon) und Sprechgesangfetzen verbinden sie Afro-Beat, Jazz-Punk und Techno-Funk zu einem derart explosiven Groove, dass man sich im Sturm auf die Bastille oder aufs englische Königshaus wähnt. «Your Queen is not our Queen. She does not see us as human.» Der weissen Reptilienkönigin setzen die Sons of Kemet schwarze Queens entgegen Frauen sind, die den Lauf der Geschichte verändert haben – darunter Angela Davis, linke Bürgerrechtsaktivistin von 1968 bis heute, und Harriet Tubman, die im Sezessionskrieg entlaufenen Sklavinnen half, in den Norden der USA zu fliehen. Eins der aufregendsten, weil Jazz transzendierenden Alben dieser Tage, schreibt Klaus Walter in der WOZ, und mit seinem Überbau ein beglückendes Kunstwerk im Geiste Hanns Eislers: Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch davon nichts. Shabaka Hutchings ist eine Schlüsselfigur der neuen Londoner Jazzszene, die man besser «Bewegung» nennen sollte: «Weil sie so frei ist von allem, was ranzig schmeckt am Jazz: Reinheitsgebote, hoher Ton, ausgestelltes Virtuosentum. Stattdessen weht hier der Wind von Post Punk, No Wave, Fake Jazz, es öffnen sich Fenster in die Zeit zwischen 1978 und 1984, in jene hoch produktive Phase mit vergessenen Bands wie Pigbag, Rip Rig + Panic oder Defunkt.» Dabei schöpft Hutchings (geb. 1984) aus verschiedenen Traditionen: «Bei mir als diasporische Person ist die Kultur aus Afrika in die Karibik gewandert und von dort nach Britannien, also muss ich bei meiner Musik bedenken, was es heisst, nicht von einem einzigen Ort herzukommen.» Die Sons Of Kemet stehen damit im Zeitfluss der Bass Culture schwarzer Britinnen mit ihren Tanzmusiken wie Dancehall Reggae, Jungle, Drum ’n’ Bass, Dubstep oder Grime, folgert Klaus Walter: «Wir haben es mit Hybriden aus einem postkolonialen Kontinuum zu tun. Dagegen sieht der weisse Dadrock der Herren Gallagher, Weller & Co. so alt aus wie die Reptilienkönigin Elisabeth gegen die Queens der Sons of Kemet.»