Samstag, 24. Februar
Soul Gallen
Samstag, 24. Februar
mit Herrn Wempe & DJ Soul Koffi
Samstag, 2. März
LTJ BukemUK
Samstag, 9. März
Hey Hey Bar
Dienstag, 12. März
Erfreuliche Universität
Mittwoch, 20. März
100vor100
Freitag, 19. April
RoninCH
Samstag, 20. April
Ja, PanikDE
Donnerstag, 25. April
GAME OVER PLAY FOREVERPremiere
Freitag, 26. April
GAME OVER PLAY FOREVER
Montag, 13. Mai
Orchestra BaobabSEN
Samstag, 18. Mai
Robert ForsterAUS
Samstag, 22. Juni
Parkplatzfest
Samstag, 23. März
aya (live)
The Ex
Zebra Katz

aya (live)

Ihr Debütalbum Im hole erinnert an ein engmaschig verwobenes Textil zwischen Sounddesign mit Ambient-Anlehnungen und Klubtracks. Die Grenzen zwischen den Lyrics (die sie zum Album als Gedichtsammlung veröffentlicht hat) und den Sounds verschwimmen. Live ist ihre Avantgarde-Tanzmusik sehr zugänglich, lädt ein zu ausladenden Bewegungen, ist gar humoristisch und macht einfach sehr viel Spass. Und genau darin liegt eine der grossen Stärken von aya: in ihrer Doppelbödigkeit. Denn sie befasst sich gleichzeitig mit Feststecken, Zuschreibungen und ihrem queeren Dasein. Das sie dann zugleich wieder dekonstruiert, indem sie der queeren Kunstszene eine solipsistische Tendenz unterstellt (Solipsismus bezeichnet in der Philosophie eine These oder Schlussfolgerung, nach der allein die Existenz des eigenen Ichs gewiss sein kann). aya probiert, die Dinge zu benennen und doch genügend Raum für Schattierung und Übergänge zu lassen, wie sie es in einem Interview in Dazes selbst sagt: «So often, when it’s like, ‹oh fuck this person, they're a piece of shit›. It’s like, maybe let’s have a slightly more complicated understanding of what’s going on here. Like, maybe things can be not just good or bad. Maybe things can be messy. I think that’s really important.» Im hole ist es dunkel, wer sich darin befindet oder sich selbst als Loch sieht, lernt den Umgang mit Schatten.

the ex

Welche Band würde besser zum Palace als freiheitliche Hütte des kontinuierlichen Aufbruchs passen als das holländische Kollektiv The Ex? 1979 in der Anarcho-Punk- und Hausbesetzer*innen-Szene Amsterdams gegründet, sind The Ex 45 Jahre später ihrem Leitspruch «Vorwärts in alle Richtungen» und den Idealen eines anarchistischen, antikapitalistischen und antirassistischen Lebensentwurfs immer noch treu. Terrie Hessels (Gitarre), Arnold de Boer (Gesang), Katherina Bornefeld (Schlagzeug) und Andy Moor (Gitarre) haben ihren mitreissenden Avantgarde-Polit-Punk im Geist von Crass, Gang Of Four oder Mekons im Lauf der Zeit ständig erweitert und mit unzähligen Kollaborationen befruchtet, grenzenlos offen unterwegs speziell mit afrikanischen Musikschaffenden. Wo einsteigen? Wir empfehlen State Of Shock mit dem amerikanischen Cellisten Tom Cora (1991), Soon All Cities vom jüngsten Album 27 Passports (2018) oder die Live-Aufnahmen mit dem legendären äthiopischen Saxophonisten Getatchew Mekurya. Und sonst bitte keinerlei Berührungsängste: The Ex, angetrieben vom Trance-Herzmotor der grossartigen Schlagzeugerin Bornefeld, werden buchstäblich alle vom Hocker in die Bewegung reissen. 

zebra katz

Mit Gladiator*innenrüstung aus Leder oder knappem Kettenhemd betritt der jamaikanisch amerikanische Rapper Zebra Katz die Bühne. Seine Faszination für die 1980er Ball Culture sind dieser Show deutlich anzusehen: eine Mischung aus körperbetonter Performance, Konzert und Fashion Show. Die Musik von Zebra Katz bewegt sich zwischen queerem Rap, Pop Techno und Noise-Ausflügen. Seine Texte sind humorvoll und kritisch zugleich («Last night I got so high I kicked myself out of Berghain»). Aber dass er mit seiner Musik live auch einfach unterhalten will, sagt er im Song ISH gleich selbst: «All I wanna do is keep the dance floor jumping». Mit seiner ersten Single Ima Read hat sich Zebra Katz 2012 auf den internationalen Musikradar gehievt, gefolgt von intensiven Touren, Kollaborationen mit Busta Rhymes, Azelia Banks und Gorillaz hat er 2020 schlussendlich sein Debütalbum Less is Moore veröffentlicht. Dieser Text darf auch als eine Festschrift auf ein Konzerterlebnis gelesen werden. Denn wir können es kaum glauben, dass er noch nicht zu den ganz grossen gehört und haben seit nun mehr also zehn Jahren das Gefühl, dass er gleich durch die Decke geht. Bitte, herein zum grossen Rapspektakel! Alle Ohren spitzen und Gelenke lockern, mit Zebra Katz sind wir in for a treat. Und wir lehnen uns hier auch gleich etwas aus dem Fenster: Das ist eins der unterhaltsamsten Live-Erlebnisse.